Jakobus-Paulus-Gemeinde Dessau

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan.


Die Bibel, Neues Testament, Matthäus 7,7

 

 

Ostern geht es um „Suchen und Finden“, darüber freuen sich besonders die Kinder, wenn sie die bunten Osternester im Garten oder unterm Schrank entdecken. Um Suchen und Finden geht es aber auch bei den Erwachsenen, die vor 2000 Jahren Karfreitag erleben mussten, die Kreuzigung und den Tod Jesu. Menschen, die mit Jesus gelebt hatten, fragten sich, was ist nun? Wo ist nun das „Reich Gottes“, von dem Jesus erzählt hatte? Am Rande der Stadt Güstrow befindet sich die aus dem 13. Jahrhundert stammende Gertrudenkapelle. Seit 1953 dient sie als Gedenkstätte für den berühmten deutschen Bildhauer Ernst Barlach. Dort befindet sich diese nur 58 Zentimeter hohe Bronzeplastik, die zwei Mönche beim gemeinsamen Studium der Bibel zeigt … fragen, suchen, finden. Diese Plastik erinnert mich an jene alte Legende, die davon erzählt, dass zwei Mönche in einem alten Buch lasen, am Ende der Welt gäbe es einen Ort, an dem Himmel und Erde sich berührten und das Reich Gottes begänne. Sie beschlossen ihn zu suchen und nicht umzukehren, ehe sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt fordert, und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen. Man brauchte nur anzuklopfen und befinde sich im Reich Gottes. Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür und bebenden Herzens sahen sie, wie diese sich weit öffnete … Und als die beiden Mönche eintraten, standen sie zu Hause in ihrer Klosterzelle und sahen sich gegenseitig an. Da begriffen sie: Der Ort, an dem das Reich Gottes beginnt, befindet sich auf der Erde, an der Stelle, die Gott einem jeden von uns zugewiesen hat. Manchmal liegt dieser Ort in der Nähe, manchmal muss man weite Wege gehen, um ihn zu finden. Mitunter kommt man aber auch ganz unverhofft dorthin und spürt, ich habe gefunden, wonach ich mein Leben lang bewusst oder unbewusst gesucht habe.

Ostern – Suchen und Finden.

Bleiben Sie offen für überraschende Erfahrungen …

Ich wünsche Ihnen FROHE OSTERN!

 

Ihr Pfarrer Martin K. Günther

 

 

 


 

 

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